Raspi-Tipps-und-Tricks: Unterschied zwischen den Versionen
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Raspberry-Pi Tipps und Tricks für alle Maker. | |||
Hier sind unsortiert und ohne wirkliche Reihenfolge mal einige Tipps & Tricks, welche sich über die Zeit so angesammelt haben und für den Raspberry-Pi ganz nützlich sein können aufgelistet. | |||
== Sicherheit == | |||
Beim Thema Sicherheit ist natürlich anzumerken, dass das ganze immer Verhältnismäßig gehalten werden sollte. Im ATS wird wohl so einfach keiner auf deinen PI auf schalten und alles löschen. | |||
Aber auf Messen wie einer Makerfair wäre so etwas doch schon eher möglich (wenn auch trotzdem noch unwahrscheinlich). | |||
Der Pi teilt einem aber selber ja auch bereits mit, dass man das Passwort am besten direkt ändern sollte. | |||
Das Passwort kann man mithilfe des Terminal-Befehls '''[https://man7.org/linux/man-pages/man1/passwd.1.html passwd]''' ändern. Sobald dieser eingegeben wurde, wir man gefragt welches neue Passwort man vergeben möchte. | |||
== Was sind die Standard-Anmeldedaten? == | |||
Der Raspberry-Pi Benutzer ist standardmäßig immer '''pi''' (klein geschrieben) mit dem Passwort '''raspberry''' (Auch klein geschrieben). Dies wird allerdings mach mal geändert. | |||
Wenn ihr Benutzerdaten oder Passwörter am PI ändern, DOKUMENTIERT euren Änderungen. Sonst wisst ihr in einer Woche oder einem Monat nicht mehr welches Passwort der Pi hatte. | |||
Wenn ihr das Passwort oder den Benutzernamen vom Pi allerdings nun doch vergessen habt, ist unten in der Sektion ''"Hilfe ich habe keinen Zugriff mehr auf den Pi!"'' eine Anleitung wie ihr diese wiederherstellen könnt. | |||
== Wie erhalte ich Zugriff auf das Dateisystem des Pi's, ohne das der Pi an ist? == | |||
'''!Wichtig!''' Möglicherweise kann Windows nicht auf das Linux-Dateisystem des Pi's zugreifen. Hier kann man entweder versuchen über Tools wie Ext2Fsd (Wird nicht mehr geupdated und ist hier auch nicht empfohlen) weiter zu kommen oder man erstellt sich einen Linux-Bootstick und erhält damit eine Live-Version, welche das ganze öffnen und durchführen kann. | |||
Als Live-Linux können wir [https://getfedora.org/de/workstation/download/ Fedora-Workstation] empfehlen, mit welcher alles unterhalb auch getestet wurde. | |||
'''!Wichtig!''' Möglicherweise benutzt die Live-Version ein Englisches Tastaturlayout. Daher sind möglicherweise sowohl y & z als auch einige Sonderzeichen vertauscht. | |||
Nach dem der Pi ausgeschaltet wurde, kann die Micro-SD-Karte entnommen werden. | |||
Auf der Micro-SD ist alles gespeichert und somit kann man hier Zugriff auf das Linux-Dateisystem des Pi's bekommen. | |||
Nach dem einstecken der Micro-SD-Karte (Ob mit SD-Karten-Adapter oder Micro-SD-USB-Adapter ist egal), werden zwei Partitionen angezeigt: | |||
* ''boot'': Patition mit allen Dateien, welche der Pi zum booten und initialisieren, etc. braucht. | |||
* ''rootfs'': Linux-Dateisystem vom Pi. | |||
Das Benutzerverzeichniss wo vermutlich drin gearbeitet wird, bindet sich im ''rootfs'' in home/''<Benutzername>.'' | |||
== Hilfe ich habe keinen Zugriff mehr auf den Pi! == | |||
=== Passwort/Benutzername vergessen === | |||
'''!Wichtig!''' Wenn Benutzername und/oder Passwort des Pi's unbekannt sind, sollten erstmals die Default-Daten aus der Sektion ''"Was sind die Standard-Anmeldedaten?"'' ausprobiert werden. | |||
Den Benutzernamen kann man so wieder herausfinden, aber weil das Passwort gehashet (verschlüssel) gespeichert ist, kann es nur geändert werden. In jedem Fall wird man mit folgender Methode wieder Zugriff auf den Pi bekommen. | |||
1. Zugriff auf das Dateisystem des Pi's bekommen. | |||
Dazu bitte die Schritte in der Sektion ''"Wie erhalte ich Zugriff auf das Dateisystem des Pi's ohne das der Pi an ist?"'' durchführen und auch ein Linux-Live-System aufsetzen (Nicht installieren). | |||
Im folgenden werden Methoden genutzt, welcher nur in Linux-Systemen funktionieren. | |||
2. (Jetzt im Live-System mit Zugriff auf ''rootfs'') Mit Nautilus (Linux Dateiexplorer) in ''rootfs'' gehen und per Rechtklick ein Terminal im Ordner öffnen. | |||
3. (Jetzt im Terminal) die Datei etc/shadow bearbeiten mit<syntaxhighlight lang="bash" line="1"> | |||
sudo nano etc/shadow | |||
</syntaxhighlight> | |||
'''!Wichtig!''' Nicht ''/etc/shadow'' bearbeiten, sonst bearbeitet man die Datei vom Live-System und nicht die vom Pi. | |||
In der Datei stehen alle Benutzer des Pi-Systems (Auch Systembenutzer, daher so viele) mit ihrem verschlüsseltem Passwort und noch einigen anderen Elementen. | |||
Wenn der Benutzername vom Pi nicht bekannt ist, einfach mal alle Benutzer durchschauen und schauen ob einer der Namen bekannt vorkommt. Vmtl. ist es der mit der längsten Zeile in der Datei. | |||
Gesucht wird die Zeile, welche mit dem Benutzernamen des Pi anfängt (Bei uns pi):<syntaxhighlight line="1"> | |||
pi:$y$jOTSANDADGxt5kw/Qag6xPATHOSREP18USHNSVh48INP3e9YsimyE1886KYXmOUNhscXU:19086:0:99999:7::: | |||
</syntaxhighlight>Diese Zeile teilt sich in mehrere Bestandteile auf:<syntaxhighlight> | |||
pi:$y$jOTSANDADGxt5kw/Qag6xPATHOSREP18USHNSVh48INP3e9YsimyE1886KYXmOUNhscXU:19086:0:99999:7::: | |||
│ └┬┘└─┬─────────────────────────────────────────────────────────────────┘ └───────┬────────┘ | |||
│ │ │ Nr. 4 ──┘ | |||
│ │ └── Nr. 3 | |||
│ └────── Nr. 2 | |||
└────────── Nr. 1 | |||
</syntaxhighlight>Nr. 1 ist der Benutzername | |||
Nr. 2 ist das Hashverfahren (Verschlüsselungsverfahren), welches für das Passwort benutzt wurde. Wird immer mit Dollarzeichen $ getrennt. | |||
Nr. 3 ist das tatsächliche gehashte (verschlüsselte) Passwort, welches geändert werden soll. | |||
Nr. 4 sind weitere Passwortinformationen wie ablaufzeit etc. (Ist hier aber nicht weiter von Interesse) | |||
'''!Wichtig!''' Mit STRG+X kann man den Editor (Nano) wieder schließen. | |||
4. Hashverfahren des Passworts herausfinden | |||
Um das neue Passwort zu generieren, muss der Name des Hashverfahrens (Verschlüsselungsverfahrens) herausgefunden werden. Dazu bitte folgenden Befehl<syntaxhighlight lang="bash" line="1"> | |||
man 5 crypt | |||
</syntaxhighlight>eingeben und bis zur Sektion ''"AVAILABLE HASHING METHODS"'' scrollen. | |||
Mithilfe des Prefixes (Oberhalb z. b. ''$y$'') das Hashverfahren herausfinden. | |||
''$y$'' ist z. b. ''yescrypt'', ''$gy$'' wäre ''gost-yescrypt'' oder ''$6$'' ''sha512crypt''. | |||
'''!Wichtig!''' Mithilfe von ''"q"'' kann ''"man"'' wieder verlassen werden. | |||
5. Das neue Passwort generieren | |||
Den Befehl<syntaxhighlight lang="bash" line="1"> | |||
mkpasswd -m <Hashverfahren> <Passwort> | |||
</syntaxhighlight>eingeben. | |||
<Hashverfahren> und <Passwort> müssen natürlich mit dem jeweiligen Passwort und oben herausgefundenen Hashverfahren ersetzt werden. | |||
Bei uns ist dies ''yescrypt'' und als Passwort haben wir ''raspberry'' genommen. | |||
'''!Wichtig!''' Der Befehl generiert nur das neue Passwort, er speichert es nicht automatisch | |||
Das neue Passwort wird kopiert (Im Terminal nicht STRG+C, sondern STRG+Shift+C) um in der Datei ''etc/shadow'' das alte zu ersetzen: <syntaxhighlight lang="bash"> | |||
nano etc/shadow | |||
</syntaxhighlight> | |||
hier ist natürlich drauf zu achten, dass man nur den Passwort-Part der Zeile austauscht und nicht andere Elemente mit ersetzt. | |||
'''!Wichtig!''' mit STRG+S kann man in Nano speichern | |||
6. Live-System herunterfahren, Micro-SD wieder in den Pi stecken und mit dem neuen Passwort anmelden. | |||
=== Pi startet nicht mehr === | |||
Das der Pi nicht mehr startet, kann an vielem liegen. Sinnigerweise bietet es sich an vor den Schritten unterhalb einmal einen anderen Maker mit mehr Erfahrung zu fragen. | |||
Wenn das aber nicht geht oder der Pi trotzdem nicht startet empfiehlt sich eine Neuinstallation. So nervig das auch klingt. | |||
Sprich einmal mit der oben beschrieben Methode in der Sektion ''"Wie erhalte ich Zugriff auf das Dateisystem des Pi's ohne das der Pi an ist?"'' die Projektdateien vom Pi herunter ziehen und sichern und dann einfach einmal eine Neuinstallation auf der SD Karte durchführen. | |||
== Wie kann ich SSH-Aktivieren? == | |||
1. Terminal öffnen | |||
2. Die Raspberry-Pi Konfigurationen öffnen<syntaxhighlight lang="bash" line="1"> | |||
sudo raspi-config | |||
</syntaxhighlight>3. Folgendermaßen navigieren (Pfeiltasten und/oder Tabulator)<syntaxhighlight lang="bash" line="1"> | |||
>> Interface Options >> SSH >> Ja | |||
</syntaxhighlight>4. Warnungen lesen & bestätigen (Wenn welche auftreten) | |||
5. Konfigurationen verlassen über<syntaxhighlight lang="bash" line="1"> | |||
<Finish> | |||
</syntaxhighlight>6. Über SSH zum PI verbinden. Wenn die Verbindung nicht sofort funktioniert, kann man den PI auch einfach einmal neustarten. | |||
== Wie verbindet man sich mit einem "versteckten" Wifi-Netzwerk? == | |||
1. Terminal öffnen | |||
2. Editieren der WPA/Netzwerk konfiguration<syntaxhighlight lang="bash" line="1"> | |||
sudo nano /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf | |||
</syntaxhighlight>3. Folgenden Eintrag ganz unten anhängen (Jeweils Netzwerkname bzw. SSID, Passwort usw. ersetzen)<syntaxhighlight lang="bash" line="1"> | |||
// ... | |||
network={ | |||
ssid="<Netzwerk>" | |||
psk="<Passwort>" | |||
scan_ssid=1 | |||
} | |||
</syntaxhighlight> | |||
4. Pi neustarten<syntaxhighlight lang="bash" line="1"> | |||
sudo reboot | |||
</syntaxhighlight> | |||
== Wie kann ich live auf das Dateisystem vom PI zugreifen? == | |||
Unterhalb wird die Möglichkeit des SSH/SFTP Zugriffs auf den Pi ausgeführt. Diese gibt "Vollzugriff" auf das Benutzerverzeichnis des PI's. Wenn mehr Zugriff zb. auf Root-Dateien oder restriktiver Zugriff zb. auf nur bestimmte Dateien gewünscht ist, kann man beispielsweise einen Samba-Server dafür auf dem PI installieren. Dies wird hier allerdings nicht weiter ausgeführt. | |||
Sobald SSH auf dem Pi aktiviert ist, kann man sich mit dem Standard '''Pi'''-Benutzer über das SFTP-Protokol auf dem Pi aufschalten. | |||
Grundlegend gibt es dazu zwei Möglichkieten: | |||
# Als Netzwerklaufwerk nativ in das Betriebssystem mounten | |||
# Ein SFTP-Gui wie z. b. [https://filezilla-project.org/?AFFILIATE=6732&__c=1 Filezilla] benutzen. | |||
=== Windows === | |||
[[Datei:Raspi-Tipps-und-Tricks-1.png|mini|400x400px]][[Datei:Raspi-Tipps-und-Tricks-2.png|mini|500x500px]]Für Windows kann man als einfaches SFtp-Gui-Program beispielsweise [https://filezilla-project.org/?AFFILIATE=6732&__c=1 Filezilla] oder [https://winscp.net/eng/index.php WinSCP] benutzen. | |||
Um ein Netzwerklaufwerk über SSH zu mounten braucht man bei Windows allerdings auch extra Software. | |||
Hier gibt es z. b. [https://winfsp.dev/ WinFsp], welches wir unterhalb einmal beispielhaft zeigen. | |||
Bei der Installation ist darauf zu achten, dass man sowohl deren WinFsp-Software als auch WinSshFS installier. Dazu kann man sich ansonsten auch ein schnelles [https://piped.kavin.rocks/watch?v=JUDUkfEH6TA Quick-Setup-Tutorial] anschauen. | |||
Nach erfolgreicher Installation beider Programme (Laufen im Hintergrund und geben nach der Installation keine Rückmeldung, dass sie installiert wurden) kann man nun als Netzwerkdrive auch SSH-Drives mounten. | |||
Hierbei muss man natürlich noch den Benutzernamen von dem @ und die Ip-Adresse anpassen. Bei der Verbindung wird man außerdem nach dem Passwort des Benutzers gefragt. | |||
=== GNU/Linux === | |||
[[Datei:Raspi-Tipps-und-Tricks-3.png|mini|600x600px]]Für Linux kann man als einfaches SFtp-Gui-Program beispielsweise [https://filezilla-project.org/?AFFILIATE=6732&__c=1 Filezilla]. | |||
Um ein Netzwerklaufwerk über SSH zu mounten, kann man direkt [https://linux.fandom.com/wiki/Nautilus Nautilis] (Gnome-File-Manager, welcher in den meisten Distros mit-installiert) nutzen. | |||
Hierzu einfach auf "Andere Orte" gehen und im Textfeld neben "Mit Server verbinden" folgendes eingeben.<syntaxhighlight lang="bash" line="1"> | |||
ssh://10.100.0.1/ | |||
</syntaxhighlight>Ip-Adresse muss hier natürlich auch ausgetauscht werden. | |||
Bei der Verbindung wird man auch hier gefragt mit welchem Account man sich beim PI anmelden möchte. | |||
Aktuelle Version vom 7. Juli 2022, 14:34 Uhr
Raspberry-Pi Tipps und Tricks für alle Maker.
Hier sind unsortiert und ohne wirkliche Reihenfolge mal einige Tipps & Tricks, welche sich über die Zeit so angesammelt haben und für den Raspberry-Pi ganz nützlich sein können aufgelistet.
Sicherheit
Beim Thema Sicherheit ist natürlich anzumerken, dass das ganze immer Verhältnismäßig gehalten werden sollte. Im ATS wird wohl so einfach keiner auf deinen PI auf schalten und alles löschen.
Aber auf Messen wie einer Makerfair wäre so etwas doch schon eher möglich (wenn auch trotzdem noch unwahrscheinlich).
Der Pi teilt einem aber selber ja auch bereits mit, dass man das Passwort am besten direkt ändern sollte.
Das Passwort kann man mithilfe des Terminal-Befehls passwd ändern. Sobald dieser eingegeben wurde, wir man gefragt welches neue Passwort man vergeben möchte.
Was sind die Standard-Anmeldedaten?
Der Raspberry-Pi Benutzer ist standardmäßig immer pi (klein geschrieben) mit dem Passwort raspberry (Auch klein geschrieben). Dies wird allerdings mach mal geändert.
Wenn ihr Benutzerdaten oder Passwörter am PI ändern, DOKUMENTIERT euren Änderungen. Sonst wisst ihr in einer Woche oder einem Monat nicht mehr welches Passwort der Pi hatte.
Wenn ihr das Passwort oder den Benutzernamen vom Pi allerdings nun doch vergessen habt, ist unten in der Sektion "Hilfe ich habe keinen Zugriff mehr auf den Pi!" eine Anleitung wie ihr diese wiederherstellen könnt.
Wie erhalte ich Zugriff auf das Dateisystem des Pi's, ohne das der Pi an ist?
!Wichtig! Möglicherweise kann Windows nicht auf das Linux-Dateisystem des Pi's zugreifen. Hier kann man entweder versuchen über Tools wie Ext2Fsd (Wird nicht mehr geupdated und ist hier auch nicht empfohlen) weiter zu kommen oder man erstellt sich einen Linux-Bootstick und erhält damit eine Live-Version, welche das ganze öffnen und durchführen kann.
Als Live-Linux können wir Fedora-Workstation empfehlen, mit welcher alles unterhalb auch getestet wurde.
!Wichtig! Möglicherweise benutzt die Live-Version ein Englisches Tastaturlayout. Daher sind möglicherweise sowohl y & z als auch einige Sonderzeichen vertauscht.
Nach dem der Pi ausgeschaltet wurde, kann die Micro-SD-Karte entnommen werden.
Auf der Micro-SD ist alles gespeichert und somit kann man hier Zugriff auf das Linux-Dateisystem des Pi's bekommen.
Nach dem einstecken der Micro-SD-Karte (Ob mit SD-Karten-Adapter oder Micro-SD-USB-Adapter ist egal), werden zwei Partitionen angezeigt:
- boot: Patition mit allen Dateien, welche der Pi zum booten und initialisieren, etc. braucht.
- rootfs: Linux-Dateisystem vom Pi.
Das Benutzerverzeichniss wo vermutlich drin gearbeitet wird, bindet sich im rootfs in home/<Benutzername>.
Hilfe ich habe keinen Zugriff mehr auf den Pi!
Passwort/Benutzername vergessen
!Wichtig! Wenn Benutzername und/oder Passwort des Pi's unbekannt sind, sollten erstmals die Default-Daten aus der Sektion "Was sind die Standard-Anmeldedaten?" ausprobiert werden.
Den Benutzernamen kann man so wieder herausfinden, aber weil das Passwort gehashet (verschlüssel) gespeichert ist, kann es nur geändert werden. In jedem Fall wird man mit folgender Methode wieder Zugriff auf den Pi bekommen.
1. Zugriff auf das Dateisystem des Pi's bekommen.
Dazu bitte die Schritte in der Sektion "Wie erhalte ich Zugriff auf das Dateisystem des Pi's ohne das der Pi an ist?" durchführen und auch ein Linux-Live-System aufsetzen (Nicht installieren).
Im folgenden werden Methoden genutzt, welcher nur in Linux-Systemen funktionieren.
2. (Jetzt im Live-System mit Zugriff auf rootfs) Mit Nautilus (Linux Dateiexplorer) in rootfs gehen und per Rechtklick ein Terminal im Ordner öffnen.
3. (Jetzt im Terminal) die Datei etc/shadow bearbeiten mit
sudo nano etc/shadow
!Wichtig! Nicht /etc/shadow bearbeiten, sonst bearbeitet man die Datei vom Live-System und nicht die vom Pi.
In der Datei stehen alle Benutzer des Pi-Systems (Auch Systembenutzer, daher so viele) mit ihrem verschlüsseltem Passwort und noch einigen anderen Elementen.
Wenn der Benutzername vom Pi nicht bekannt ist, einfach mal alle Benutzer durchschauen und schauen ob einer der Namen bekannt vorkommt. Vmtl. ist es der mit der längsten Zeile in der Datei.
Gesucht wird die Zeile, welche mit dem Benutzernamen des Pi anfängt (Bei uns pi):
pi:$y$jOTSANDADGxt5kw/Qag6xPATHOSREP18USHNSVh48INP3e9YsimyE1886KYXmOUNhscXU:19086:0:99999:7:::Diese Zeile teilt sich in mehrere Bestandteile auf:
pi:$y$jOTSANDADGxt5kw/Qag6xPATHOSREP18USHNSVh48INP3e9YsimyE1886KYXmOUNhscXU:19086:0:99999:7:::
│ └┬┘└─┬─────────────────────────────────────────────────────────────────┘ └───────┬────────┘
│ │ │ Nr. 4 ──┘
│ │ └── Nr. 3
│ └────── Nr. 2
└────────── Nr. 1Nr. 1 ist der Benutzername
Nr. 2 ist das Hashverfahren (Verschlüsselungsverfahren), welches für das Passwort benutzt wurde. Wird immer mit Dollarzeichen $ getrennt.
Nr. 3 ist das tatsächliche gehashte (verschlüsselte) Passwort, welches geändert werden soll.
Nr. 4 sind weitere Passwortinformationen wie ablaufzeit etc. (Ist hier aber nicht weiter von Interesse)
!Wichtig! Mit STRG+X kann man den Editor (Nano) wieder schließen.
4. Hashverfahren des Passworts herausfinden
Um das neue Passwort zu generieren, muss der Name des Hashverfahrens (Verschlüsselungsverfahrens) herausgefunden werden. Dazu bitte folgenden Befehl
man 5 crypt
eingeben und bis zur Sektion "AVAILABLE HASHING METHODS" scrollen.
Mithilfe des Prefixes (Oberhalb z. b. $y$) das Hashverfahren herausfinden.
$y$ ist z. b. yescrypt, $gy$ wäre gost-yescrypt oder $6$ sha512crypt.
!Wichtig! Mithilfe von "q" kann "man" wieder verlassen werden.
5. Das neue Passwort generieren
Den Befehl
mkpasswd -m <Hashverfahren> <Passwort>
eingeben.
<Hashverfahren> und <Passwort> müssen natürlich mit dem jeweiligen Passwort und oben herausgefundenen Hashverfahren ersetzt werden.
Bei uns ist dies yescrypt und als Passwort haben wir raspberry genommen.
!Wichtig! Der Befehl generiert nur das neue Passwort, er speichert es nicht automatisch
Das neue Passwort wird kopiert (Im Terminal nicht STRG+C, sondern STRG+Shift+C) um in der Datei etc/shadow das alte zu ersetzen:
nano etc/shadow
hier ist natürlich drauf zu achten, dass man nur den Passwort-Part der Zeile austauscht und nicht andere Elemente mit ersetzt.
!Wichtig! mit STRG+S kann man in Nano speichern
6. Live-System herunterfahren, Micro-SD wieder in den Pi stecken und mit dem neuen Passwort anmelden.
Pi startet nicht mehr
Das der Pi nicht mehr startet, kann an vielem liegen. Sinnigerweise bietet es sich an vor den Schritten unterhalb einmal einen anderen Maker mit mehr Erfahrung zu fragen.
Wenn das aber nicht geht oder der Pi trotzdem nicht startet empfiehlt sich eine Neuinstallation. So nervig das auch klingt.
Sprich einmal mit der oben beschrieben Methode in der Sektion "Wie erhalte ich Zugriff auf das Dateisystem des Pi's ohne das der Pi an ist?" die Projektdateien vom Pi herunter ziehen und sichern und dann einfach einmal eine Neuinstallation auf der SD Karte durchführen.
Wie kann ich SSH-Aktivieren?
1. Terminal öffnen
2. Die Raspberry-Pi Konfigurationen öffnen
sudo raspi-config
3. Folgendermaßen navigieren (Pfeiltasten und/oder Tabulator)
>> Interface Options >> SSH >> Ja
4. Warnungen lesen & bestätigen (Wenn welche auftreten) 5. Konfigurationen verlassen über
<Finish>
6. Über SSH zum PI verbinden. Wenn die Verbindung nicht sofort funktioniert, kann man den PI auch einfach einmal neustarten.
Wie verbindet man sich mit einem "versteckten" Wifi-Netzwerk?
1. Terminal öffnen
2. Editieren der WPA/Netzwerk konfiguration
sudo nano /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf
3. Folgenden Eintrag ganz unten anhängen (Jeweils Netzwerkname bzw. SSID, Passwort usw. ersetzen)
// ...
network={
ssid="<Netzwerk>"
psk="<Passwort>"
scan_ssid=1
}
4. Pi neustarten
sudo reboot
Wie kann ich live auf das Dateisystem vom PI zugreifen?
Unterhalb wird die Möglichkeit des SSH/SFTP Zugriffs auf den Pi ausgeführt. Diese gibt "Vollzugriff" auf das Benutzerverzeichnis des PI's. Wenn mehr Zugriff zb. auf Root-Dateien oder restriktiver Zugriff zb. auf nur bestimmte Dateien gewünscht ist, kann man beispielsweise einen Samba-Server dafür auf dem PI installieren. Dies wird hier allerdings nicht weiter ausgeführt.
Sobald SSH auf dem Pi aktiviert ist, kann man sich mit dem Standard Pi-Benutzer über das SFTP-Protokol auf dem Pi aufschalten.
Grundlegend gibt es dazu zwei Möglichkieten:
- Als Netzwerklaufwerk nativ in das Betriebssystem mounten
- Ein SFTP-Gui wie z. b. Filezilla benutzen.
Windows
Für Windows kann man als einfaches SFtp-Gui-Program beispielsweise Filezilla oder WinSCP benutzen.
Um ein Netzwerklaufwerk über SSH zu mounten braucht man bei Windows allerdings auch extra Software.
Hier gibt es z. b. WinFsp, welches wir unterhalb einmal beispielhaft zeigen.
Bei der Installation ist darauf zu achten, dass man sowohl deren WinFsp-Software als auch WinSshFS installier. Dazu kann man sich ansonsten auch ein schnelles Quick-Setup-Tutorial anschauen.
Nach erfolgreicher Installation beider Programme (Laufen im Hintergrund und geben nach der Installation keine Rückmeldung, dass sie installiert wurden) kann man nun als Netzwerkdrive auch SSH-Drives mounten.
Hierbei muss man natürlich noch den Benutzernamen von dem @ und die Ip-Adresse anpassen. Bei der Verbindung wird man außerdem nach dem Passwort des Benutzers gefragt.
GNU/Linux
Für Linux kann man als einfaches SFtp-Gui-Program beispielsweise Filezilla.
Um ein Netzwerklaufwerk über SSH zu mounten, kann man direkt Nautilis (Gnome-File-Manager, welcher in den meisten Distros mit-installiert) nutzen.
Hierzu einfach auf "Andere Orte" gehen und im Textfeld neben "Mit Server verbinden" folgendes eingeben.
ssh://10.100.0.1/
Ip-Adresse muss hier natürlich auch ausgetauscht werden.
Bei der Verbindung wird man auch hier gefragt mit welchem Account man sich beim PI anmelden möchte.